Stand: September 2026 — geprüft gegen den Leitfaden Prävention (Fassung Dezember 2025), die „Kriterien zur Zertifizierung“ (Stand Januar 2026) und die Angaben der Zentralen Prüfstelle Prävention.
„Fertiges Hatha-Yoga-Kurskonzept für die ZPP“ — das ist einer der meistgesuchten Begriffe, wenn Yogalehrer:innen die Kassenzulassung angehen. Verständlich: Die Konzeptarbeit ist der Teil des Verfahrens, an dem die meisten Anträge hängen, und ein Kauf klingt nach Abkürzung. Ich hab hier früher selbst ein fertiges Konzept angeboten. Inzwischen mache ich es anders, und in diesem Artikel steht, warum — nicht als Verkaufstext, sondern als Rechnung, die du selbst nachvollziehen kannst.
Was du bei einem fertigen Konzept tatsächlich kaufst
Ein fertiges Konzept ist im ZPP-Portal ein Konzept, kein Kurs. Der Unterschied ist keine Wortklauberei, sondern die Grundlage von allem, was danach kommt. Ein Konzept ist die wiederverwendbare Vorlage: Kursziel, Zielgruppe, Methodik, Stundenverlaufspläne, Teilnehmerunterlagen — einmal geschrieben, von der Prüfstelle einmal geprüft, danach in der Datenbank gekennzeichnet, damit andere darauf aufsetzen können. Ein Kurs ist das konkrete, buchbare Angebot, in dem Anbieter, Kursleitung und Inhalt eindeutig verbunden sind. Nur der Kurs wird bezuschusst.
Wenn du also ein fertiges Konzept kaufst, kaufst du das Recht, deinen Kurs auf das Konzept eines anderen zu stellen. Dazu gehören drei Dinge, die im Angebotstext selten groß stehen:
- Der Konzeptgeber bleibt Konzeptgeber. Sein Name steht bei deinem Kurs, weil die Prüfstelle wissen will, auf welchem anerkannten Konzept er aufsetzt.
- Du brauchst eine Programmeinweisung. Wer ein fremdes Konzept nutzt, muss vom Konzeptentwickler in das Programm eingewiesen werden und reicht diese Einweisung mit ein. Ein seriöser Anbieter liefert sie mit; ohne sie ist das Konzept für dich nicht verwendbar.
- Du unterrichtest, was drinsteht. Der Kurs wird gegen das Konzept geprüft. Wenn dein Unterricht anders ist — andere Sequenzen, andere Sprache, andere Schwerpunkte —, dann steht in deinen Papieren trotzdem der Kurs eines anderen Menschen.
Das ist keine Kritik an fertigen Konzepten. Für Online-Formate ist der Konzept-Weg sogar der einzige, den die Prüfstelle zulässt. Aber es ist eben ein anderes Produkt, als viele beim Kauf annehmen.
Was die Prüfstelle beim individuellen Kurs wirklich verlangt
Der andere Weg heißt individueller Kurs. Hier reichst du deine eigenen Unterlagen ein — Stundenverlaufspläne für alle Einheiten mit Zeitschiene, Teilnehmerunterlagen, Kursziel, Zielgruppe, Methodik — und die Prüfstelle prüft den Kurs direkt anhand dieser Unterlagen. Kein Konzeptgeber, keine Einweisung, kein fremder Name.
Und jetzt der Punkt, der die ganze Frage entscheidet: Die Prüfstelle verlangt, dass die Unterlagen zu dir, zu deiner anerkannten Qualifikation und zum Leitfaden passen. Sie verlangt nicht, dass du sie selbst getippt hast. Wer die Tabelle gebaut hat, ist kein Prüfkriterium. Geprüft wird, ob der Kurs entspannungsorientiert aufgebaut ist, ob jede Einheit Einstieg, Hauptteil und Abschluss hat, ob die Wissensvermittlung erkennbar ist, ob die Übungen anfängertauglich sind und ob das Handout zum Kurs passt.
Daraus folgt eine Möglichkeit, die in den meisten Vergleichen fehlt: Du kannst die Konzeptarbeit abgeben, ohne dafür ein fremdes Konzept zu lizenzieren. Jemand schreibt Stundenverlaufspläne und Teilnehmerunterlagen auf deinen Unterricht, und du reichst sie als individuellen Kurs unter deinem Namen ein.
Warum ich kein fertiges Konzept mehr verkaufe
Als ich mattenliebe gestartet habe, war das Angebot ein fertiges Hatha-Yoga-Konzept, das ich auf deinen Stil anpasse. Das klang nach dem Besten aus beiden Welten. In der Praxis war es ein Kompromiss: Ein Konzept, das als Konzept zertifiziert werden soll, muss für viele Lehrkräfte passen — sonst lohnt sich die Konzeptprüfung nicht. Je genauer ich es auf eine einzelne Lehrerin zugeschnitten habe, desto weniger war es ein Konzept und desto mehr war es schlicht ihr Kurs. An diesem Punkt ist der Konzept-Umweg für eine einzelne Kursleitung nur noch Verwaltung, die niemandem etwas bringt.
Deshalb baue ich heute genau das, was am Ende ohnehin übrig bleibt: die Unterlagen für deinen individuellen Kurs. Du erzählst mir in einem Formular, wie du unterrichtest — Format, Zielgruppe, Stil, feste Sequenzen, was bei dir nie vorkommt, wie du mit deinen Leuten sprichst, welcher Raum und welche Hilfsmittel da sind. Daraus entstehen Stundenverlaufspläne und Teilnehmerunterlagen in der Form, die die Prüfung erwartet, dazu die Anleitung, wie du sie im Portal als individuellen Kurs einreichst. Kommt eine Nachforderung, überarbeite ich, bis es durch ist.
Der Konzept-Weg ist bei mir nicht verschwunden, er hat nur den richtigen Adressaten bekommen: Studios und Ausbildungsstätten mit mehreren Lehrkräften. Dort lohnt sich ein eigenes, zertifiziertes Konzept, weil jede Lehrkraft ihren Kurs darauf aufsetzt und das Haus selbst Konzeptgeber wird — und weil nur dieser Weg Online-Formate erlaubt.
Die ehrliche Rechnung
Die gängigen fertigen Konzepte kosten um 149 € — fast immer als Nettopreis ausgewiesen, mit Umsatzsteuer also rund 177 €. Dafür bekommst du ein Konzept, das einmal geschrieben wurde und seitdem jede Käuferin identisch bekommt, plus die Einweisung.
Ein individueller Kurs auf deinen Unterricht kostet bei mir 129 € inklusive Umsatzsteuer — als Einführungspreis für die ersten zwanzig Kurse, danach 179 €. Dass das überhaupt geht, liegt daran, dass ich mir ein Werkzeug gebaut habe, das aus deinen Angaben die Unterlagen erstellt; ich lese danach jede Stunde durch, bevor sie rausgeht. Ein weiterer Kurs oder ein zweites Format später kostet 99 €, weil dein Brief dann schon vorliegt. Für Studios liegt das eigene Konzept bei 490 €. Alle Preise, Fristen und die ehrlichen Antworten stehen im Angebot.
Was in beiden Fällen gleich bleibt: Die Prüfung bei der ZPP ist kostenfrei, dauert in der Regel zehn Arbeitstage, und ein zertifizierter Präsenzkurs gilt drei Jahre. Die Voraussetzung ist auch dieselbe: Deine Kompetenz Hatha Yoga muss bei der Prüfstelle anerkannt sein. Das machst du kostenfrei selbst, dabei helfe ich bewusst nicht — es gibt nichts, wofür du jemanden bezahlen müsstest.
Wann das fertige Konzept trotzdem die richtige Wahl ist
Damit das hier kein einseitiger Text wird, die Fälle, in denen ich dir zum Konzept-Weg rate:
- Du willst online unterrichten. Ein individueller Kurs wird ausschließlich als Präsenzangebot zertifiziert. Live-Online oder Onlinekurs gehen nur auf Basis eines anerkannten Konzepts, das dieses Format vorsieht — und gelten zunächst ein Jahr, danach steht die Evaluation an.
- Ihr seid mehrere. Ab einer Handvoll Lehrkräfte ist ein eigenes Konzept günstiger als einzelne Kurse, und ihr könnt es beliebig oft neu belegen.
- Dir ist der Inhalt egal genug. Wenn du mit einem fremden Rahmen gut leben kannst und die Einweisung dich nicht stört, ist ein fertiges Konzept eine legitime Abkürzung.
In allen anderen Fällen — du unterrichtest allein, in Präsenz, und der Kurs soll nach dir klingen — ist der individuelle Kurs der kürzere und sauberere Weg. Den Anfang macht ein Formular, kein Termin.
Häufige Fragen zum fertigen Kurskonzept
Kann ich ein fertiges Hatha-Yoga-Kurskonzept kaufen und bei der ZPP einreichen?
Ja. Die ZPP sieht vor, dass Kurse auf Basis bereits geprüfter Konzepte zertifiziert werden. Du brauchst dafür eine anerkannte Qualifikation und eine Einweisung des Konzeptentwicklers in das Programm. Der Konzeptgeber bleibt in deinem Kurs sichtbar.
Muss ich mein Kurskonzept selbst schreiben, damit es ein individueller Kurs ist?
Nein. Die Prüfstelle prüft einen individuellen Kurs anhand der eingereichten Unterlagen — wer sie geschrieben hat, ist kein Kriterium. Entscheidend ist, dass Stundenverlaufspläne, Teilnehmerunterlagen und Kursziel zu dir, deiner Qualifikation und dem Leitfaden passen.
Was ist der Unterschied zwischen Kurs und Konzept bei der ZPP?
Ein Kurs ist das konkrete, buchbare Angebot aus Anbieter, Kursleitung und Inhalt — nur er wird bezuschusst. Ein Konzept ist die wiederverwendbare Vorlage dahinter, die als solche zertifiziert werden kann und sich nur lohnt, wenn mehrere Lehrkräfte darauf aufsetzen.
Geht ein individueller Kurs auch online?
Nein. Individuelle Kurse werden ausschließlich als Präsenzangebote zertifiziert. Online-Formate laufen nur über ein anerkanntes Konzept und werden zunächst für ein Jahr zertifiziert, danach folgt die Evaluation.
Was kostet ein individueller Kurs im Vergleich zum fertigen Konzept?
Fertige Konzepte liegen typischerweise bei 149 € netto, also rund 177 € brutto. Ein individueller Kurs auf deinen Unterricht kostet bei mattenliebe 129 € inklusive Umsatzsteuer (Einführungspreis für die ersten zwanzig Kurse, danach 179 €). Die ZPP-Prüfung selbst ist in beiden Fällen kostenfrei.
Quellen: Zentrale Prüfstelle Prävention — Präventionsangebot zertifizieren lassen · GKV-Spitzenverband, Leitfaden Prävention (Fassung Dezember 2025) · Kriterien zur Zertifizierung von Präventionskursangeboten (Stand 06.01.2026)